Google Quantum AI hat soeben eine neue Studie veröffentlicht, die den Zeitplan für das Ende von RSA 2048 präzisiert. Die Forscher gaben bekannt, dass ein zukünftiger Quantencomputer mit rund 1 Million Qubits und fortschrittlicher Fehlerkorrektur den 2048-Bit-RSA-Verschlüsselungsalgorithmus in etwa einer Woche knacken könnte – eine deutliche Abweichung von früheren Schätzungen.
Ein Quantendurchbruch mit Implikationen
Jahrelang wurde der Zeitraum, in dem RSA und andere klassische Verschlüsselungsmethoden versagen könnten, in Jahrzehnten gemessen. 2019 lag die Schätzung bei etwa 20 Millionen Qubits, wodurch ein Quantenangriff als weit entfernte Bedrohung erschien. Dank Fortschritten bei Algorithmen und Fehlerkorrektur ist diese Schätzung heute auf etwa 1 Million Qubits gesunken – eine Reduzierung um das Zwanzigfache.
So ist es passiert:
- Bessere Algorithmen: Neue Fortschritte bei der approximativen modularen Exponentiation reduzieren die Anzahl der für die Faktorisierung erforderlichen Qubits drastisch.
- Verbesserte Fehlerkorrektur: Neue Fehlerkorrekturtechniken, wie ein Second-Layer-Ansatz und die „Magic State Cultivation“, reduzieren den erforderlichen Berechnungsaufwand erheblich.
Durch diese Verschiebung ist die Quantenbedrohung für RSA viel konkreter und näher, als viele erwartet hatten.
Was dies für die heutige Verschlüsselung bedeutet
RSA- und Elliptische-Kurven-Verschlüsselung bilden die Grundlage des Vertrauens im Internet. Sie schützen alles, vom HTTPS-Verkehr bis hin zu digitalen Signaturen , die Software und Geräte validieren. Wie eine neue Studie von Google Quantum AI verdeutlicht, ist das Risiko von Angriffen nach dem Prinzip „ Erfassen und später entschlüsseln “ nicht länger rein theoretischer Natur. Sensible Daten, die heute erfasst werden, könnten von einem zukünftigen Quantencomputer entschlüsselt werden, wenn sie nicht ausreichend geschützt sind.
NISTs Zeitpläne für Maßnahmen
Das NIST hat die wachsende Bedrohung erkannt und einen Entwurf von Richtlinien veröffentlicht, der einen konkreten Zeitplan enthält:
- Durch 2030: Anfällige Public-Key-Kryptosysteme sollten veraltet sein.
- Durch 2035: Anfällige Systeme müssen vollständig verboten werden.
Diese Meilensteine sind nicht willkürlich. Sie unterstreichen die Dringlichkeit für Organisationen, ihre kryptografische Lage zu überprüfen und sich auf Post-Quanten-Kryptografie- Standards (PQC) wie FIPS 203 (CRYSTALS-Kyber) und FIPS 204 (CRYSTALS-Dilithium) umzustellen.
Wie kann Verschlüsselungsberatung helfen?
Bei Encryption Consulting unterstützen wir Unternehmen mit unseren Expertenleistungen im Bereich PQC-Beratung dabei, diese Meilensteine stets im Blick zu behalten . Unser Team arbeitet eng mit Ihnen zusammen, um:
- Bewerten Sie Ihr Risiko durch Quantenbedrohungen und inventarisieren Sie kryptografische Ressourcen.
- Erstellen Sie einen maßgeschneiderten Fahrplan für die PQC-Migration, der den NIST- und CISA-Standards entspricht.
- Identifizieren und implementieren Sie die richtigen Post-Quanten-Algorithmen (FIPS-203, FIPS-204, FIPS-205, FIPS-206).
- Führen Sie Lückenanalysen und Proof-of-Concept-Tests für PQC-Bereitstellungen durch.
- Minimieren Sie Störungen und gewährleisten Sie gleichzeitig langfristigen Schutz vor Quantenbedrohungen.
Da der Zeitplan für praktikable Quantenangriffe immer näher rückt, ist die Umstellung von der herkömmlichen Verschlüsselung auf PQC keine Frage mehr des „Ob“, sondern des „Wann“ und „Wie schnell“.
Mehr dazu: https://security.googleblog.com/2025/05/tracking-cost-of-quantum-factori.html
