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Arten von Zertifikaten, die Sie selbst unterzeichnen können, und die damit verbundenen Risiken

Selbstsignierte Zertifikate

In der heutigen Cybersicherheitslandschaft sind digitale Zertifikate so etwas wie Pässe für Maschinen und Anwendungen. Sie helfen, Vertrauen aufzubauen, die Kommunikation zu verschlüsseln und Identitäten zu verifizieren. Doch nicht alle Zertifikate werden von einer vertrauenswürdigen Zertifizierungsstelle ausgestellt; manche sind selbstsigniert. Und das führt uns zu einer häufig gestellten Frage: Welche Arten von Zertifikaten kann ich selbst signieren? Und noch wichtiger: Sollte ich das tun? 

Was ist ein selbstsigniertes Zertifikat? 

A selbstsigniertes Zertifikat ist ein digitales Zertifikat, das von derselben Stelle signiert ist, die es erstellt hat. Mit anderen Worten: Sie bürgen für sich selbst. Es ist keine externe Zertifizierungsstelle (CA) beteiligt, die Ihre Identität überprüft oder die Vertrauenswürdigkeit Ihres Zertifikats bestätigt. Selbstsignierte Zertifikate können in internen Netzwerken und Entwicklungsphasen nützlich sein, bergen aber erhebliche Risiken, wenn sie nicht ordnungsgemäß verwaltet werden. Sicherheitsteams haben oft keinen Einblick in deren Verwendung, Standort und Eigentümerschaft. Dadurch ist es schwierig, Kompromittierungen zu erkennen oder sie im Falle eines Verstoßes zu widerrufen.

Ohne Validierung durch Zertifizierungsstellen und ordnungsgemäße PKI-Hygiene, einschließlich sicherer Schlüsselspeicherung, können selbstsignierte Zertifikate zu ernsthaften Sicherheitslücken werden, insbesondere in Produktionsumgebungen. Fehlmanagement erhöht das Risiko von Spoofing und Ausnutzung und unterstreicht damit die Notwendigkeit strenger Überwachung und Kontrolle. 

Welche Arten von Zertifikaten Sie selbst unterschreiben können

Obwohl selbstsignierte Zertifikate oft Anlass zu Bedenken geben, gibt es einige Szenarien, in denen sie bei vorsichtiger und sorgfältiger Verwendung durchaus sinnvoll sein können. 

  1. Entwicklungs- und Testumgebungen

    In isolierten Entwicklungs-/Testumgebungen sind selbstsignierte Zertifikate eine schnelle und kostenlose Möglichkeit, sichere Verbindungen zu simulieren. Sie ermöglichen Entwicklern das Testen SSL / TLS Die Funktionalität ist auch ohne Zertifizierungsstelle gegeben. Diese Zertifikate dürfen jedoch niemals in Produktionsumgebungen gelangen. Selbst in Testumgebungen ist es wichtig, sie zu verfolgen und zu verwalten, um versehentlichen Missbrauch zu vermeiden.

  2. Interne Nutzung & temporäre Projekte

    Nicht alle Zertifikate müssen öffentlich vertrauenswürdig sein, insbesondere wenn Sie hinter den Kulissen arbeiten. In kontrollierten Umgebungen können selbstsignierte Zertifikate eine praktische Lösung für interne Tools und kurzfristige Projekte sein.

    Beispielsweise benötigen interne Anwendungen wie Intranet-Portale oder Admin-Dashboards, auf die nur autorisierte Benutzer zugreifen, möglicherweise keine CA-Validierung. In solchen Fällen hat das Fehlen einer vertrauenswürdigen Signatur nur minimale Auswirkungen, sofern die Umgebung sicher ist und der Zugriff eingeschränkt ist. Aber auch intern ist es ratsam, die Verwendung eines internen privaten PKI für bessere Übersicht und Skalierbarkeit.

Auch wenn Sie eine schnelle interne Demo oder eine kurzlebige App für ein begrenztes Publikum erstellen, bieten selbstsignierte Zertifikate eine schnelle und kostengünstige Möglichkeit, sichere Verbindungen zu ermöglichen. Komfort sollte jedoch nicht auf Kosten der Sicherheit gehen. Diese Zertifikate müssen weiterhin ordnungsgemäß verfolgt, verwaltet und außer Betrieb genommen werden, um anhaltende Sicherheitslücken zu vermeiden. 

Wann Sie keine selbstsignierten Zertifikate verwenden sollten 

Selbstsignierte Zertifikate haben zwar ihre Berechtigung, es gibt jedoch einige kritische Anwendungsfälle, in denen sie einfach nichts zu suchen haben. In diesen Fällen sollten Sie sich immer für von einer Zertifizierungsstelle ausgestellte Zertifikate entscheiden: 

  1. Externe Dienste

    Wenn Ihre digitalen Dienste der Außenwelt zugänglich gemacht werden, sei es über eine öffentliche Website, eine kundenorientierte App oder eine externe APIVertrauen ist alles. Und selbstsignierte Zertifikate bieten dieses Vertrauen einfach nicht.

    Browser und Client-Anwendungen lehnen selbstsignierte Zertifikate ab oder warnen davor. Wenn Ihre Website oder App eines verwendet, werden Benutzer mit alarmierenden Sicherheitswarnungen wie „Ihre Verbindung ist nicht privat“ begrüßt. Diese Warnungen beeinträchtigen nicht nur das Benutzererlebnis, sondern untergraben auch das Vertrauen in Ihre Marke. In vielen Fällen brechen Benutzer die Sitzung vollständig ab.

    Über die Optik hinaus besteht ein echtes Sicherheitsrisiko. Ohne Validierung durch einen vertrauenswürdigen CASelbstsignierte Zertifikate sind anfällig für Spoofing und Man-in-the-Middle-Angriffe. Und wenn Benutzer die Warnung umgehen, können sie unwissentlich vertrauliche Daten preisgeben.

  2. Codesignatur

    Bei der Verteilung von Software Codesignaturzertifikat beweist, dass Ihr Code authentisch und unverfälscht ist. Selbstsignierte Zertifikate bieten diese Sicherheit nicht und werden in der Regel von Betriebssystemen und App-Stores abgelehnt. Benutzer erhalten Warnungen, dass Ihre Software aus einer unbekannten Quelle stammt – wenig beruhigend.

Warum selbstsignierte Zertifikate in der Produktion riskant sind 

Selbstsignierte Zertifikate sind zwar praktisch, bergen jedoch eine lange Liste von Risiken, insbesondere bei der Verwendung in Produktionsumgebungen. 

  1.  Sie werden nicht standardmäßig als vertrauenswürdig eingestuft

    Browser, Betriebssysteme und die meisten Anwendungen vertrauen selbstsignierten Zertifikaten nicht. Deshalb werden beim Besuch einer Website mit einem selbstsignierten Zertifikat die beängstigenden Warnmeldungen „Ihre Verbindung ist nicht privat“ angezeigt. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch ein Warnsignal für Benutzer und ein potenzieller Vertrauensbrecher.

  2. Kein Widerrufsmechanismus

    Bei von einer Zertifizierungsstelle ausgestellten Zertifikaten können Sie diese widerrufen, wenn der private Schlüssel kompromittiert ist. Selbstsignierte Zertifikate verfügen nicht über einen integrierten Widerrufsmechanismus wie CRLs (Certificate Revocation Lists) oder OCSP (Online Certificate Status Protocol)Wenn etwas schief geht, stecken Sie fest.

  3. Schlechte Sichtbarkeit und Verwaltung

    Selbstsignierte Zertifikate bleiben oft unbemerkt. Sie werden nicht in zentralen Systemen erfasst, was bedeutet, dass sie ohne Vorwarnung ablaufen oder ganz vergessen werden können. Dies kann zu Ausfällen oder, schlimmer noch, zu Sicherheitsverletzungen führen.

  4. Compliance- und Audit-Probleme

    Viele regulatorische Rahmenbedingungen, wie PCI-DSS, HIPAAund SOC 2erfordern die Verwendung von Zertifikaten, die von vertrauenswürdigen Zertifizierungsstellen ausgestellt wurden. Die Verwendung selbstsignierter Zertifikate in der Produktion kann dazu führen, dass Ihr Unternehmen gegen die Compliance verstößt und Strafen riskiert.

Best Practices für die Verwendung selbstsignierter Zertifikate 

Wenn Sie sich für die Verwendung selbstsignierter Zertifikate entscheiden, finden Sie hier einige Tipps für die sichere Verwendung: 

  1. Verwenden Sie starke Kryptographie: Bleiben Sie bei RSA 2048+ oder ECC und verwenden Sie SHA-256 oder besser zum Hashing. 
  2. Legen Sie kurze Ablauffristen fest: Lassen Sie selbstsignierte Zertifikate nicht ewig gültig. Wechseln Sie sie regelmäßig aus. 
  3. Sichern Sie den privaten Schlüssel: Bewahren Sie es an einem sicheren Ort mit strengen Zugangskontrollen auf. 
  4. Verfolgen und Überwachen: Führen Sie ein Inventar aller selbstsignierten Zertifikate und überwachen Sie deren Ablaufdaten. 

Zertifikatsverwaltung

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Wie könnte eine Verschlüsselungsberatung helfen?   

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Sie können verwenden CertSecure Manager Integrierte Zertifikatserkennungsfunktion zur Identifizierung von Hochrisikozertifikaten, wie z. B. selbstsignierten und Wildcard-Zertifikaten, in Ihrer gesamten Umgebung, einschließlich Netzwerkendpunkten und Zertifikatsspeichern. Mithilfe des Zertifikatsinventars und der Tools zur Risikoberichterstattung bietet es außerdem Einblicke in selbstsignierte Zertifikate, die von Ihren internen oder öffentlichen Zertifizierungsstellen ausgestellt wurden. 

Nutzen Sie die Verschlüsselungsberatung PKI-as-a-Service um Ihre PKI-Bereitstellung durch End-to-End-Zertifikatsausstellung, automatisiertes Lebenszyklusmanagement, Richtliniendurchsetzung und nahtlose Einhaltung der Sicherheitsstandards der Branche zu vereinfachen, sodass die Verwendung selbstsignierter Zertifikate nicht mehr erforderlich ist. 

Darüber hinaus können die Beratungsdienste von Encryption Consulting Ihrem Unternehmen dabei helfen, unternehmensweiten Datenschutz mit End-to-End-Verschlüsselungsstrategien zu entdecken, die die Compliance verbessern, blinde Flecken im Risiko beseitigen und die Sicherheit in Cloud-, On-Premise- und Hybridumgebungen an Ihren Geschäftszielen ausrichten. 

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    PKI-as-a-Service | Managed PKI | Verschlüsselungsberatung 

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    Verschlüsselungsberatung 

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  • Fazit

    Nur weil man ein Zertifikat selbst signieren kann, heißt das nicht, dass man es auch tun sollte. Selbstsignierte Zertifikate sind in kontrollierten Umgebungen oder für den internen Gebrauch in Ordnung. Bei öffentlich zugänglichen oder geschäftskritischen Anwendungen überwiegen die Risiken jedoch die Vorteile bei Weitem. Vertrauen ist die Grundlage digitaler Sicherheit, und dieses Vertrauen wird am besten durch eine seriöse Zertifizierungsstelle (CA) aufgebaut.